Veröffentlicht am 04.05.2021

Fachweiterbildung Pflege: Dauer, Voraussetzung, Gehalt, Finanzierung, Prüfung

Dass die in der Pflege Beschäftigten viel zu wenig verdienen, braucht nicht diskutiert zu werden. Doch sie haben zumindest die Möglichkeit, über eine Fachweiterbildung Pflege das Gehalt zu steigern. Auch mithilfe der Zeitarbeit!

Fachweiterbildung Pflege: Große Auswahl an Pflegeberufen

Die Fachweiterbildung Pflege basiert auf der grundlegenden Ausbildung in einem Gesundheitsberuf. Seit im Jahr 2020 die Ausbildung komplett überarbeitet und generalisiert wurde, sind die Berufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in, Altenpfleger/in und Pflegefachmann/-frau in den ersten beiden Ausbildungsjahren inhaltlich gleich. Eine Spezialisierung ist erst im dritten Lehrjahr möglich. Wer sich nun nach der Ausbildung spezialisieren möchte, kann eine der zahlreichen Weiterbildungen nutzen, um den persönlichen Traum von der Karriere sowie von deutlich mehr Gehalt zu verwirklichen.

Beispiele für Pflegefachberufe

Die folgenden Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen lediglich einige Berufe dar, die nach der Ausbildung mit erfolgreich beendeter Fachweiterbildung ausgeübt werden können:

  • Fachkrankenpfleger/in für Anästhesie und Intensivpflege
  • Fachkrankenpfleger/in für Onkologie
  • Fachkrankenpfleger/in für Hygiene
  • Fachkrankenpfleger/in für Klinische Geriatrie
  • Fachkrankenpfleger/in für Psychiatrie
  • Fachkrankenpfleger/in für Rehabilitation und Langzeitpflege
  • Fachkrankenpfleger/in für Notfallpflege
  • Stationsleiter in der Alten-, Kranken- und Kinderpflege
  • Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen

Wichtig: Die Fachweiterbildungen in der Pflege unterliegen landesrechtlichen Regelungen und sind daher nicht in ganz Deutschland einheitlich. Somit sind auch die Berufsbezeichnungen später verschieden: In Baden-Württemberg endet die eine Weiterbildung mit der Prüfung zum „Pflegefachmann für die pflegerische Leitung einer Station oder Einheit“, in Thüringen hingegen wird die Berufsbezeichnung „Verantwortliche Pflegefachkraft nach § 71 SGB X“ gegeben. Während es in Berlin den „Staatlich anerkannten Gesundheits- und Krankenpfleger für Rehabilitation und Langzeitpflege“ gibt, trägt dieser in Schleswig-Holstein den Titel „Fachpfleger für Rehabilitation“. Die Berufsbezeichnungen sind geschützt und dürfen erst nach vorgeschriebener Ausbildung mit abschließender bestandener Prüfung getragen werden.

Alles rund um die Fachweiterbildung Pflege: Von Dauer bis Voraussetzung

Die Inhalte der einzelnen Fachweiterbildungen in der Pflege unterscheiden sich je nach Beruf. Ein Fachkrankenpfleger für Hygiene hat daher teilweise andere Inhalte als ein Fachkrankenpfleger für die Notfallpflege, auch wenn sich viele Bereiche thematisch überschneiden. Im Folgenden werden die allgemeingültigen Regelungen für alle Fachweiterbildungen im Pflegebereich vorgestellt.

Dauer der Weiterbildungsmaßnahme

Die Dauer der Fachweiterbildung richtet sich nach dem Anbieter sowie danach, ob die Maßnahme in Vollzeit oder Teilzeit ausgeführt wird. Eine Teilzeitmaßnahme dauert meist um zwei Jahre, während eine Vollzeitweiterbildung in neun bis zwölf Monaten durchführbar ist. Verlängerungen und Verkürzungen sind auf Antrag möglich, dafür müssen entsprechende Gründe und Nachweise vorgebracht werden. Ein Grund für eine Verkürzung kann in bereits vorhandenem Wissen aus früheren Weiterbildungen oder aufgrund der grundständigen Ausbildung liegen. Eine Verlängerung ist zum Beispiel durch persönliche Gründe denkbar.

Voraussetzung für die Fachweiterbildung Pflege

Als Voraussetzung für die Fachweiterbildung Pflege wird der abgeschlossene Beruf im Gesundheitswesen gesehen. Darüber hinaus muss eine meist mehrjährige Berufspraxis nachgewiesen werden, wobei in einzelnen Berufen wichtig ist, dass eine praktische Tätigkeit für mindestens sechs Monate in dem angestrebten Weiterbildungsbereich vorhanden sein muss. Das heißt, dass der Gesundheits- und Krankenpfleger, der später als Fachkrankenpfleger Onkologie tätig sein möchte, bereits zuvor für wenigstens sechs Monate auf der entsprechenden Station im Krankenhaus tätig war.

Einige Anbieter verlangen von den Teilnehmern, dass diese ein Empfehlungsschreiben ihres derzeitigen Arbeitgebers vorlegen, der die Eignung des oder der Betreffenden für die gewählte Weiterbildung bescheinigt. Darüber hinaus kann es nötig sein, ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Diese Voraussetzung gilt besonders für die Weiterbildung in künftigen Leitungspositionen.

Das Gehalt nach der Fachweiterbildung Pflege

Die Gehälter unterscheiden sich je nach Beruf bzw. Fachrichtung, nach der Art der Anstellung (privat oder im öffentlichen Dienst) und nach der Region bzw. nach dem Bundesland. Denn leider ist es immer noch so, dass die Pflegefachkräfte im Osten Deutschlands weniger verdienen als im Westen. Durchschnittlich liegen die Gehälter bei rund 40.000 Euro brutto im Jahr. Dabei ist Deutschland übrigens weit abgeschlagen, denn zum Beispiel in Luxemburg werden bis zu 96.000 Euro im Jahr für eine Pflegefachkraft gezahlt. Allerdings sind dort die Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches höher, was nur einen bedingten Vergleich zu den hiesigen Gehältern zulässt. In Deutschland erhält man ein Jahresbruttogehalt von bis zu 96.000 Euro nur als Pflegekraft mit Fachweiterbildung bei Zeitarbeitsfirmen wie TimelogCare.

Wo verdient eine Fachpflegekraft am besten?

Krankenhäuser mit kirchlichem oder staatlichem Träger zahlen meist deutlich besser als Einrichtungen, die privat geführt werden. Gilt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, zeigen sich große Unterschiede. Je nach Entgeltgruppe schwanken die Verdienste im öffentlichen Dienst zwischen 2.900 und 5.700 Euro brutto im Monat, wer hingegen in der privaten Pflege arbeitet, muss mit 2.150 bis 3.100 Euro brutto im Monat auskommen. Hier einige beispielhafte Gehälter für verschiedene Berufe nach der Fachweiterbildung Pflege:

  • Fachkrankenpfleger/in für Anästhesie- und Intensivpflege: 3.300 bis 4.400 Euro brutto im Monat
  • Fachgesundheits- und Krankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie, mit Einsatz auf internistischer Intensivstation. Entgeltgruppe KR9: 3.875 Euro brutto im Monat
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in mit Einsatz auf chirurgischer Allgemeinstation. Entgeltgruppe KR8: 3.875 Euro brutto im Monat
  • Fachkrankenpfleger/in Hygiene: rund 3.375 Euro brutto im Monat
  • Fachkrankenpfleger/in Klinische Geriatrie: rund 2.900 Euro brutto im Monat
  • Fachkrankenpfleger/in für Rehabilitation und Langzeitpflege: 3.100 bis 3.500 Euro brutto im Monat
  • Stationsleiter in der Alten-, Kranken- oder Kinderpflege: 2.700 bis 4.300 Euro brutto im Monat
  • Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen: 2.500 bis 3.500 Euro brutto im Monat

Besser bezahlt dank Zeitarbeit?

Viele Pflegefachkräfte nutzen bereits die Vorteile bei TimeLog Care: Hier werden Pflegekräfte fair entlohnt und das bedeutet auch, dass auch Zeiten des Nichteinsatzes im Rahmen des Garantielohns berücksichtigt sind. Zwischen 4.000 und 6.000 Euro brutto im Monat sind je nach Qualifikation und unter Berücksichtigung von Mehr- und Schichtarbeiten möglich.

Zudem ist die persönliche Betreuung bei TimeLog Care in jedem Fall abgesichert: Wer also gerade abends um 21:35 Uhr noch eine Frage klären möchte, der kann sich immer noch bei TimeLog Care melden und bekommt Antworten auf seine Fragen.

Nicht selten wird eine Tätigkeit hier sogar zum Karrieresprungbrett, denn häufig übernehmen die Kliniken die Mitarbeiter nur zu gerne aus der Zeitarbeit, da sie ihre Verlässlichkeit und Persönlichkeit in vielen Wochen und Monaten des Einsatzes zu schätzen gelernt haben.

Fachweiterbildung Pflege: Alles zu Finanzierung und Prüfung

Die Voraussetzung für eine Fachweiterbildung ist in allen Bereichen gegeben, die geplante Dauer der Maßnahme ist in Ordnung. Was jetzt noch wichtig ist, ist die Finanzierung des Vorhabens! Immerhin muss die Zeit bis zur Prüfung auch finanziell gestemmt werden können.

Finanzierung der Fachweiterbildung

Während der Zeit der Weiterbildung bekommt die Pflegekraft kein zusätzliches Gehalt, da die Maßnahme berufsbegleitend durchgeführt wird. Für den theoretischen Unterricht wird die betreffende Person in der Regel freigestellt und bekommt während dieser Zeit das übliche Gehalt weiter gezahlt. Möglicherweise schießt der Arbeitgeber Geld zur Weiterbildung zu, indem zum Beispiel Bücher, Lehrmaterial und andere Materialien übernommen werden. Auch steuerlich kann die Maßnahme geltend gemacht werden: Sie wird bei den Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben und mindert das steuerpflichtige Einkommen. Des Weiteren gibt es Möglichkeiten zur staatlichen Finanzierung:

  • Aufstiegs-BAföG
    Hierbei wird ein zinsgünstiges Darlehen mit nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen kombiniert. Auch Materialkosten und die Kosten für eine eventuelle Kinderbetreuung während der Weiterbildung können angesetzt werden. Mehr Infos dazu vom BMBF
  • Aufstiegsstipendium
    Monatlich werden Büchergeld und Stipendienbeträge gezahlt, zudem ist eine Betreuungspauschale für Kinder unter zehn Jahren möglich. Das Stipendium ist nicht rückzahlungspflichtig. Mehr Infos dazu vom BMBF
  • Weiterbildungsstipendium
    Hierüber sind Zuschüsse zur Weiterbildung möglich, diese müssen nicht zurückgezahlt werden. Das Stipendium wird wie die beiden vorgenannten Förderungen bei der Agentur für Arbeit beantragt. Mehr Infos dazu vom BMBF

Abschließende Prüfung nach der Fachweiterbildung zur Pflegefachkraft

Die Prüfung nach der Fachweiterbildung ist unterschiedlich geregelt, wobei es nicht in allen Bundesländern diesbezügliche Regelungen gibt. Generell gelten landesrechtliche Verordnungen, die Maßnahme kann aber auch nach den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft durchgeführt werden. Nach der Prüfung ist der Teilnehmer berechtigt, den jeweiligen Berufstitel zu tragen, der sich - wie oben bereits erwähnt - in den einzelnen Bundesländern unterscheiden kann.

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen die Teilnehmer den vorgeschriebenen Umfang an Theorie- und Praxisstunden abgeleistet haben. Dies gilt auch für einzelne Modulprüfungen, sofern diese jeweils vorgesehen sind. Prüfungen sind sowohl schriftlich als auch praktisch abzuleisten, eine Wiederholung bei Nichtbestehen ist innerhalb eines festgesetzten Zeitraums möglich.

Auch eine mündliche Prüfung ist möglich, diese ersetzt in der Abschlussprüfung den praktischen Teil (in einzelnen Berufen). Zudem kann eine schriftliche Hausarbeit als Teil der Gesamtprüfung gefordert werden.

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